Die systemische Therapie / Beratung ist ein wissenschaftlich überprüftes, sehr wirksames Verfahren, entstanden vor ca. 50 Jahren. Sie blickt auf viele Jahre Erfahrung, Entwicklung und Verbesserung zurück. Viele Fachleute auf der ganzen Welt arbeiten auch aktuell an ihrer Weiterentwicklung und Anpassung an die immer neuen Gegebenheiten in unserer Umwelt.

Ein großer Vorteil der Systemischen Arbeit ist, dass sie kaum Grenzen kennt. Von einfachen Krisen, wie z.B. der Unfähigkeit die richtige Entscheidung zu treffen, bis zu psychiatrischen Krankheitsbildern gibt es Methoden und Techniken zur Bearbeitung.

Ein wichtiger Grundsatz der systemischen Arbeit lautet:

  • Nicht Sie sind das Problem!  Nicht Sie haben ein Problem!

Sie sind weder die finanzielle Notlage, noch die schwierige Kommunikationsbasis, noch nicht mal das problematische Verhalten, sondern immer nur ein Teilnehmer einer Situation. Das Problem ist nie jemand und es gehört auch nie jemandem. Es existiert nur durch seine Auswirkungen auf eine und in einer Situation.

Die in unserem Denken entstandene Verknüpfung: “die Person, die das Problem hat (zu haben scheint), ist das Problem” dient nur der Schuldzuschreibung, also der Entlastung anderer. Solange jemand glaubt, das Problem zu sein, es zu haben, zu besitzen, ist er auch der alleinig Verantwortliche für die Beseitigung des Problems.

  • Das Problem ist immer angewiesen auf Situationen.

Ein Problem existiert nur solange es eine Situation gibt auf die es sich auswirken kann. Es ist nicht greifbar wie ein Gegenstand, existiert nur in und durch die Situation.

Schauen Sie sich dieses Bild an, könnte der Stein ohne Wasser diese Wellen auslösen?

Stein über Wasser springend

Über Wasser springender Stein löst Wellen aus

Der Stein der ins Wasser fällt, hätte in einem anderen System, z.b. an Land, keine Chance diese Wellen zu verursachen.

Jeder Mensch für sich ist ein System, eingebunden in andere große Systeme, wie Partnerschaft, Verwandtschaft, Arbeit, Gesellschaft, etc.. Die Auswirkungen eines Problems zeigen sich manchmal direkt am einzelnen Menschen, z.B. in Form von Sorgen und Grübeln, vielleicht auch mit Hautausschlag, Kopfschmerzen, Müdigkeit. Bei Kindern kennt man den Zusammenhang von Problemen und Bauchschmerzen. Das wäre dann ein psycho-somatisches Problem, eine Auswirkung die der Mensch körperlich spürt. Die Auswirkungen in großen Systemen kennen wir alle. Nehmen wir auch hier ein greifbares Beispiel: ein Autounfall sorgt auch ohne Verletzte für Auswirkungen in finanzieller und organisatorischer Hinsicht, verursacht Probleme…

  • Darauf das Probleme immer Auswirkungen auf Systeme haben baut die systemische Arbeit auf. Sie betrachtet daher immer das “System”, den Menschen, wie auch sein Umfeld.

Würde man die “Auswirkungen eines Problems”, die Symptome für das Problem halten, so wird man kaum zu den Ursachen und der Auflösung desselben kommen, nur Symptombekämpfung betreiben. Nur durch die Auswirkungen läßt sich das Problem, ähnlich einem Luftballon der Luft sichtbar und greifbar machen, aber diese sind eben nicht das Problem, sondern nur Auswirkungen! Zum Beispiel des Kindes, schaue ich nur auf das Bauchweh des Kindes, so kann ich mit diversen Mittelchen Verbesserungen erreichen, aber den “Grund” für das Bauchweh, also das Problem, beseitige ich so nicht.

Blickwinkel

Der Schatten zeigt das Licht…

Völlig egal ob Sie nun weitere Hilfestellungen benötigen oder nicht, bitte merken und bedenken Sie:

Sie sind nicht, Sie haben kein Problem! Sie haben nur Auswirkungen des Problems!